„Firebase oder nichts" – so fühlt sich der Start vieler App-Projekte an. Google Firebase ist schnell eingerichtet, gut dokumentiert und für ein MVP oft die naheliegende Wahl. Doch sobald Nutzerzahlen, Rechnung und Datenschutzanforderungen wachsen, lohnt der Blick auf Alternativen. 2026 ist dieses Feld so stark wie nie: Supabase wurde im Juni 2026 laut TechCrunch mit 10,5 Mrd. $ bewertet und zählt nach eigenen Angaben rund 10 Mio. Entwickler – ein Open-Source-Backend ist längst kein Nischenthema mehr.
Wir haben die fünf stärksten Firebase-Alternativen für dein nächstes Projekt zusammengestellt – mit aktuellen Preisen, ehrlichen Stärken und Schwächen und einer klaren Empfehlung, wann welche passt.
Warum nach Firebase-Alternativen suchen?
Firebase ist eine starke Plattform – ihre Schwächen zeigen sich erst beim Skalieren. Drei Gründe tauchen in unseren Projekten immer wieder auf. Erstens die Kosten: Der Blaze-Plan rechnet rein nutzungsbasiert ab, Firestore etwa mit 0,18 $ je 100.000 Reads. Das ist günstig im Kleinen, wird bei traffic-starken Apps aber schwer kalkulierbar. Zweitens die Datenhoheit: Firebase läuft auf Google Cloud, was einen Auftragsverarbeitungsvertrag und je nach Datenlage EU-Standardvertragsklauseln verlangt. Drittens das Vendor Lock-in: Firestore speichert Daten in einem proprietären NoSQL-Modell, dessen spätere Migration aufwendig ist.
Keiner dieser Punkte ist ein Ausschlusskriterium – aber zusammen erklären sie, warum immer mehr Teams Alternativen prüfen. Wie sich Firebase und Supabase im Detail unterscheiden, haben wir in Firebase vs. Supabase aufgeschlüsselt.
Die fünf Alternativen im Überblick
Die Liga der Firebase-Alternativen hat sich seit 2025 spürbar verschoben. Die einst üblichen Kandidaten Parse und Hasura sind keine typischen Backend-as-a-Service-Optionen mehr: Parse ist seit der Abschaltung des gehosteten Dienstes nur noch ein selbst gehostetes Legacy-Projekt, und Hasura hat sich zu einem universellen Datenlayer mit PromptQL für KI-Anwendungen entwickelt. An ihre Stelle treten zwei moderne Spezialisten: Convex und PocketBase.
| Plattform | Typ | Datenbank | Einstiegspreis | Self-Hosting |
|---|---|---|---|---|
| Supabase | Open-Source-BaaS | PostgreSQL | Free · Pro 25 $/Projekt/Mon | ja |
| Appwrite | Open-Source-BaaS | MariaDB | Free · Pro 25 $/Mon | ja |
| AWS Amplify | Cloud (AWS) | DynamoDB · Aurora | nutzungsbasiert (AWS-Dienste) | nein |
| Convex | Reaktives Backend | reaktive DB | Free · Pro 25 $/Entwickler/Mon | ja (OSS) |
| PocketBase | Open Source (1 Datei) | SQLite | kostenlos (nur Server) | ja |
Supabase, Appwrite und Convex: die Open-Source-Liga
Wer Open Source und Datenhoheit priorisiert, findet bei diesen drei die stärksten Optionen. Supabase ist der klare Marktführer: ein vollständiges Backend rund um eine echte PostgreSQL-Datenbank, ergänzt um Auth, Storage, Edge Functions und Realtime. Der Pro-Plan kostet laut Preisliste 25 $ je Projekt und Monat (inkl. 10 $ Compute-Guthaben), darunter gibt es eine kostenlose Stufe mit 500 MB Datenbank und 50.000 monatlich aktiven Nutzern. Dass die Wette aufgeht, zeigt das Momentum: die im Juni 2026 abgeschlossene Series F bei 10,5 Mrd. $.
Appwrite verfolgt einen ähnlichen Ansatz, setzt aber auf eine eigene Abstraktions-API über MariaDB und legt besonderen Wert auf einfache Selbst-Hosting-Möglichkeiten. Der Cloud-Pro-Plan kostet seit September 2025 25 $ pro Monat. Convex ist der jüngste Herausforderer: ein reaktives Backend, bei dem UI-Komponenten Abfragen abonnieren und sich bei Datenänderungen automatisch aktualisieren – ideal für Echtzeit- und KI-Apps. Der Pro-Plan liegt bei 25 $ pro Entwickler und Monat, die kostenlose Stufe umfasst 1 Mio. Funktionsaufrufe monatlich.
AWS Amplify und PocketBase: Enterprise gegen Leichtgewicht
Diese beiden Optionen stehen für die Extreme – maximale Cloud-Integration auf der einen, radikale Einfachheit auf der anderen Seite. AWS Amplify ist seit der Gen-2-Generation TypeScript-first: Du definierst Auth, Daten, Storage und Functions deklarativ im Code, im Hintergrund laufen verwaltete AWS-Dienste wie Cognito, DynamoDB oder Aurora. Abgerechnet wird rein nutzungsbasiert über diese Dienste – stark, wenn dein Team ohnehin im AWS-Ökosystem arbeitet, aber mit dem geringsten Datenhoheits-Spielraum der fünf.
PocketBase ist das Gegenteil: ein komplettes Backend in einer einzigen Go-Datei mit eingebetteter SQLite-Datenbank, Realtime, Auth und Admin-Oberfläche. Es ist kostenlos, läuft auf jedem kleinen Server und eignet sich hervorragend für MVPs, interne Tools und kleine bis mittlere Apps. Wichtig zu wissen: Das Projekt ist mit Version 0.36 noch vor dem 1.0-Release, vollständige Abwärtskompatibilität ist bis dahin nicht garantiert.
Kostenmodelle: planbar, nutzungsbasiert oder selbst gehostet
Der wichtigste Unterschied zwischen den Alternativen ist nicht der Preis, sondern das Preismodell. Drei Logiken stehen sich gegenüber, und sie passen zu sehr unterschiedlichen Projekten.
Der nutzungsbasierte Ansatz (Firebase, AWS Amplify) startet günstig und skaliert mit jedem Read, Write und GB – planbar nur, wenn du dein Nutzungsprofil gut kennst. Der planbare Sockel (Supabase, Appwrite, Convex) kombiniert eine feste Monatsbasis ab 25 $ mit nutzungsbasierten Anteilen – gut budgetierbar, aber auch im Leerlauf fällig. Das Self-Hosting (PocketBase, oder die Open-Source-Varianten von Supabase und Appwrite) verursacht nur deine Serverkosten und gibt die volle Datenhoheit – dafür liegt der Betrieb bei dir. Modelliere dein erwartetes Verhalten bei 10.000 bis 100.000 Nutzern, bevor du dich festlegst; der Einstiegspreis sagt wenig über die spätere Rechnung aus.
Welche Alternative passt zu deinem Projekt?
Es gibt keine pauschal „beste" Plattform – nur die bessere Wahl für dein Vorhaben. Als Orientierung:
- Supabase, wenn du ein relationales Datenmodell, SQL, Open Source und ein ausgereiftes Ökosystem willst – die sicherste Standardwahl 2026.
- Appwrite oder PocketBase, wenn Datenhoheit und Self-Hosting im Vordergrund stehen; PocketBase besonders für schlanke, kostengünstige Projekte.
- AWS Amplify, wenn dein Team bereits in AWS lebt und Enterprise-Skalierung braucht.
- Convex, wenn Realtime-Synchronisierung und KI-Funktionen das Herz deiner App sind.
Wie wir Backend, Architektur und Datenschutz in Projekten zusammendenken, zeigt unsere Backend-Entwicklung.
Nächste Schritte
Drei Fragen klären die Entscheidung schneller als jeder Feature-Vergleich:
- Datenmodell: Sind deine Kerndaten relational (Joins, Reports) oder dokumentenartig (Feeds, Präsenz)?
- Datenschutz: Reicht eine EU-Region mit Auftragsverarbeitungsvertrag, oder brauchst du Self-Hosting?
- Kosten: Wie sieht dein Nutzungsprofil bei 10.000 bis 100.000 Nutzern aus – viele kleine Reads oder wenige große Abfragen?
Unsicher, welche Basis zu deinem Produkt passt? Wir entscheiden das in Projekten regelmäßig mit – pragmatisch und mit Blick auf Roadmap und Budget. Sieh dir unsere Web-App-Entwicklung an oder buche direkt ein Erstgespräch.




